Fantasy

7 Elemente für faszinierende Fantasy-Geschichten

18. April 2022 · ca. 6 Min. Lesezeit · von Carolyn Pini

Alter Atlas, Messing-Kompass und Bücherstapel

Die besten Fantasy-Romane präsentieren eine neue, faszinierende Welt, in der die Leserin zusammen mit der Heldin gegen das Böse kämpft, oder ihm entkommt. Diese Geschichten enthalten übernatürliche Elemente und leben oft von Motiven aus Mythen, Märchen, Sagen. Was ihnen gemeinsam ist: sieben Zutaten, die alle tragen müssen.

1 · Die Fantasywelt

Deine Welt braucht visuelle Details und innere Logik. Zeichne eine Landkarte. Überleg, welche Geografie deine Welt prägt. Welche historischen Ereignisse haben sie geformt? Kulturelle Details, was essen die Menschen? Was tragen sie? Wie begrüssen sie sich? Womit bezahlen sie?

Je konkreter du das festlegst, desto glaubhafter wird deine Welt, auch in den Szenen, wo du diese Details gar nicht erwähnst. Die Leserin spürt den Unterschied zwischen einer durchdachten und einer aus der Hüfte erfundenen Welt.

2 · Die Regeln

Jede Welt hat Spielregeln. Wer hat Macht? Was geht, was geht nicht? Welche Bräuche, welche Rituale prägen den Alltag? Welches zentrale Problem hat diese Welt, das den Plot trägt?

Regeln sind nicht erstickend, sie sind befreiend. Ohne Regeln kann alles passieren, und wenn alles passieren kann, ist nichts wichtig. Grenzen schaffen Gewicht.

3 · Die Magie

Wenn Magie vorkommt, muss sie konsistent sein. Kläre: Woher kommt Magie? Wer darf sie benutzen? Was kostet sie? Welche übernatürlichen Objekte existieren, und was können sie?

Die häufigste Falle bei Erstautorinnen: Magie als Notausgang. Wenn es schwierig wird, zaubert die Heldin. Das wirkt billig. Magie muss Grenzen haben, und an den richtigen Stellen soll sie nicht funktionieren, damit Spannung bleibt.

4 · Magische Wesen

Drachen, Elfen, Zwerge, Einhörner, Geister, was auch immer, sie brauchen begrenzte, glaubwürdige Fähigkeiten. Eine oder zwei magische Talente pro Wesen reichen meistens. Nimm dir Tolkien als Beispiel: seine Wesen haben sehr klar definierte Grenzen.

Ein Wesen, das alles kann, ist kein Charakter, es ist eine Maschine. Die Leserin liebt Wesen mit Schwächen.

5 · Die Heldin

Eine ansprechende Hauptfigur mit Stärken, Schwächen und einem besonderen Talent. Sie muss im Verlauf der Geschichte wachsen, sonst wird die Reise uninteressant.

Ein Fantasy-Roman lebt davon, dass die Heldin anfängt als jemand, der das Abenteuer gar nicht wollte (Frodo!) oder als naiver Anfänger (Harry!), und durch die Erfahrungen wird, wer sie sein muss.

6 · Die Mentorin

Eine Mentor-Figur unterstützt die Heldin, lehrt sie, erklärt die Welt, und übergibt manchmal ein magisches Objekt oder einen Auftrag. Gandalf, Dumbledore, Obi-Wan: Das Muster ist klassisch, weil es funktioniert.

Die Mentorin darf nicht zu lange bei der Heldin bleiben. Irgendwann muss sie verschwinden, meistens in einem schmerzhaften Moment. Sonst kann die Heldin nicht wirklich wachsen.

7 · Der/die Bösewicht/in

Ein mächtiger Antagonist mit logischen Motiven, besonderem Aussehen, möglicherweise tragischer Vorgeschichte. Je besser du deine Antagonistin verstehst, desto stärker wird der Konflikt.

Böse-um-der-Böse-willen ist die grosse Fantasy-Falle. Ein Antagonist, der aus einer verdrehten Logik handelt, der glaubt, das Richtige zu tun, nur mit den falschen Mitteln, ist dramatisch viel interessanter.

Danach kommt der Plot

Wenn du diese sieben Elemente stehen hast, fängst du erst mit dem Plot an. Welches Problem muss die Heldin lösen? Warum ausgerechnet sie? Welche Abenteuer führen sie zum Ziel, und welche führen sie beinahe in den Abgrund?

Ein Fantasy-Roman ohne diese Vorarbeit wird flach. Ein Fantasy-Roman mit dieser Vorarbeit hat eine Basis, auf der überraschend viel wachsen kann.

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