Die drei Fragen, die jedes Kapitel beantworten sollte
Nicht nur am Anfang, jeden Kapitel-Takt prüfen.
Lesen27. Juli 2021 · ca. 4 Min. Lesezeit · von Carolyn Pini
Ob jemand deine Geschichte liest oder nicht, entscheidet sich im ersten Absatz. Manchmal schon im ersten Satz.
Er muss die Leserin dazu bringen, den zweiten Satz zu lesen. Der zweite soll zum dritten führen, der dritte zum Absatz, der Absatz auf die nächste Seite. So entsteht Sog.
Wie baust du diesen Sog? Indem dein Anfang drei Dinge gleichzeitig leistet:
Und: Er gibt der Leserin ein Gefühl für Ort, Zeit und den Groove der Geschichte. Und eine Ahnung, welches Problem die Heldin mit sich herumträgt.
Wie wenn du in ein Restaurant kommst und die Speisekarte studierst: Du weisst noch nicht, was du isst, aber du weisst, welche Richtung du erwarten kannst. Die Speisekarte lügt nicht. Sie verspricht Italienisch, wenn sie Italienisch liefert.
Ein guter Anfang stellt einen Vertrag mit der Leserin auf. Und den musst du am Ende des Buchs einlösen.
Der erste Satz eines Kapitels hat dieselbe Aufgabe wie der erste Satz eines Buchs, nur auf kleinerer Ebene. Jedes Kapitel ist ein Mini-Buch mit eigenem Anfang, eigenem Ziel, eigenem Abschluss.
Wenn du dir das bewusst machst, hast du ein starkes Werkzeug in der Hand: Jeder Kapitelanfang eine neue Einladung.
Diese Fallen sind nicht böswillig, sie sind normal. Fast alle Erstautorinnen probieren sie aus. Gut, wenn du sie erkennst, bevor die Leserin sie erkennt.
Noch mehr Anfang-Werkzeuge
Drei Module, dein Tempo. Von „Wie fange ich überhaupt an?" bis „Wie schreibe ich sinnlicher?"