Plot

Gute Cliffhanger für dein Buch

11. Januar 2022 · ca. 7 Min. Lesezeit · von Carolyn Pini

Offenes Buch mit umblätternder Seite, Kerze und Taschenuhr

Mit der Heldin an der Klippe über dem Abgrund hängen, und unbedingt wissen wollen, wie es weitergeht. Das ist ein Cliffhanger. Richtig eingesetzt, ist er dein wirksamstes Mittel gegen das Zuklappen des Buchs. Falsch eingesetzt, nervt er.

Was ein Cliffhanger tut

Er sorgt dafür, dass die Leserin das Buch gar nicht erst zur Seite legen möchte. Sie muss das nächste Kapitel lesen, weil sie sonst mit einer offenen Frage einschläft.

Das baust du so: Du führst die Spannung in einem Kapitel bis zum Höhepunkt, und brichst dort ab. Nicht ein Satz weiter. Genau da, wo die Leserin es nicht aushält.

Zwölf Ideen für wirksame Cliffhanger

Cliffhanger dosieren

Nicht jedes Kapitel darf mit einem Cliffhanger enden. Das strapaziert die Nerven der Leserin und wirkt nach dem dritten Mal ermüdend. Cliffhanger einsetzen, wenn sie aus der Geschichte selbst kommen, nicht, weil die Regel es verlangt.

Klassische Stellen bei 3-Akt-Struktur:

Zwischen diesen grossen Cliffhangern können kleinere „Mini-Cliffhanger" stehen, offene Frage, unerwartetes Geräusch, unbeantwortete Nachricht. Die halten die Spannung, ohne zu nerven.

Am Ende des Buchs: kein Cliffhanger

Wenn die Geschichte mit diesem Buch fertig ist, kein Cliffhanger. Das frustriert die Leserin, die sich durch die ganze Geschichte bewegt hat, um am Schluss zu erfahren, ob die Heldin ihr Ziel erreicht hat. Das gehörst du ihr einfach.

Ausnahme: Wenn du eine Trilogie oder Serie planst, darf und soll Band 1 mit einem Cliffhanger enden, sonst will die Leserin Band 2 nicht lesen. Aber dann brauchst du einen Mittelweg: Eine Teilfrage auflösen, damit sie Band 1 als Einheit empfindet, und eine grosse Frage offen lassen, damit sie weitermachen will.

Beispielhaft: „Das war geschafft. Die Erleichterung liess die Schwere der letzten Wochen von ihr abfallen. Dann wurde es schwarz.", Die kleine Schlacht ist gewonnen. Der grosse Krieg geht weiter.

Was einen guten Cliffhanger ausmacht

Ein guter Cliffhanger erwischt die Leserin kalt. Er erzeugt einen kleinen Schock. Aber nur, wenn sie nicht damit gerechnet hat. Wenn du 20 Kapitel lang mit Cliffhangern endest, rechnet sie damit. Dann ist der Schock weg.

Das heisst: Cliffhanger funktionieren besser, wenn sie seltener sind. Und wenn du sie mit ruhigen Kapitelenden abwechselst, fühlen sie sich stärker an.

Spannung ist eine Frage der Struktur

In der 3Takt-Begleitung arbeiten wir genau daran.

3 Monate, Plot-Werkstatt + 4 Sessions à 90 Min, Manuskript-Vorlage inklusive. Wir bauen deine Spannungsbögen auf.

Weiter lesen

Das könnte dich auch interessieren

Plot

Warum dein Plot bei Kapitel 3 auseinanderfällt

Die klassische Stolperstelle, und ihr Fix.

Lesen
Figuren

5 Tipps, wie du Geschichten spannend erzählst

Die Grundprinzipien für Sog.

Lesen