Plot

7 Tipps für bessere Geschichten

19. November 2022 · ca. 6 Min. Lesezeit · von Carolyn Pini

Offenes Buch mit umblätternder Seite, Kerze und Taschenuhr

Vielschichtigkeit und Tiefe machen Romane erst wirklich interessant. Hier sind sieben Qualitäten, die fast alle Bücher teilen, die Leserinnen bis zur letzten Seite ziehen. Keine Zaubertricks, aber konkrete Stellschrauben, an denen du drehen kannst.

1 · Rasante Erzählweise

Schreib kurze Kapitel, in denen viel Handlung passiert, und ende jedes mit einem guten Cliffhanger, damit die Leserin weiterliest. Kurze Kapitel verlängern das gefühlte Tempo. Eine Leserin, die denkt „nur noch dieses Kapitel", liest weiter als die, die denkt „erstmal 30 Seiten bis zum Pausenzeichen".

2 · Kontroverse Themen

Integriere Themen, über die sich streiten lässt. Religion, Politik, Familiengeheimnisse, gesellschaftliche Ungerechtigkeit. Das regt Diskussionen an, und macht aus einem schönen Roman einen, der weiterwirkt, nachdem das Buch zugeklappt ist.

Vorsicht: Themen nicht als Lehre servieren. Themen als Rahmen, in dem deine Figuren konkrete Entscheidungen treffen.

3 · Fakten und historische Details

Recherchiere gründlich und verwebe historische Fakten in die Handlung. Vielleicht als Backstory deiner Charaktere. Authentizität entsteht durch Details, die man nicht erfinden könnte.

Ein Buch, das 1944 in der Schweiz spielt, lebt von der Rationierungsmarke, dem Nachtzug, dem Radio, das nicht laut laufen darf. Solche Details kommen nicht aus der Vorstellung, sie kommen aus der Recherche.

4 · Das Element des Geheimnisses

Nutze Geheimnisse, um die Neugier zu wecken. Eine Leserin, die ein Geheimnis entdecken kann, bleibt dran. Das kann ein grosses Geheimnis sein (wer ist der wahre Vater?) oder kleine (was stand in dem Brief?).

Regel: Jedes Geheimnis muss aufgelöst werden. Nicht zwingend am Ende, aber irgendwo. Unaufgelöste Geheimnisse frustrieren.

5 · Unvorhersehbare Wendungen

Eine spannende Handlung hält überraschende Enthüllungen und hohe Einsätze bereit. Wendungen, die die Leserin nicht vorhergesehen hat, aber rückblickend nachvollziehen kann („Ach, deshalb hat sie damals …").

Gute Wendungen sind überraschend im Moment, aber logisch im Rückblick. Billige Wendungen sind überraschend und im Rückblick absurd.

6 · Starke Charaktere

Leserinnen brauchen eine emotionale Bindung zu deinen Figuren. Wir lesen nicht weiter, weil die Handlung interessant ist, wir lesen weiter, weil wir wissen wollen, was mit dieser Frau passiert. Figuren tragen Geschichten. Handlungen allein nicht.

7 · Emotionale Tiefe

Ein Buch, das die Leserin berührt, bleibt in Erinnerung. Freude, Trauer, Angst, Mitgefühl, das sind die Hebel. Das heisst nicht: ständig Tränen. Das heisst: echte emotionale Momente an den richtigen Stellen.

Nicht jede Szene muss emotional sein. Aber Schlüsselszenen müssen. Wenn deine Heldin am Ende ihr Ziel erreicht oder verfehlt, muss die Leserin mitschwingen.

Was diese sieben Tipps gemeinsam haben

Sie sind keine Rezepte. Sie sind Fragen, die du deinem Manuskript stellen kannst:

Wenn du bei einer oder zwei Fragen „nein" sagen musst, weisst du, wo die Arbeit wartet.

Systematisch prüfen statt hoffen

In der 3Takt-Begleitung schauen wir gemeinsam auf dein Manuskript.

Mit klarem Blick, nach klaren Kriterien. Ehrlich, ohne zu verletzen.

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